institute for transacoustic research
institut für transakustische forschung

transpeditionen #1 - Pedes

21. Mai 2018 - Pedes (zu Fuß)

Eine Wanderung zur Jubiläumswarte am Gründungstag des Instituts. Die Aktion des "Wartens" als künstlerisch-wissenschaftliche Methode wird Gegenstand der transakustischen Forschung.

Untersucht werden soll u.a., wie sich das Hörverhalten durch Bewegung und Stillstand verändert und welche pan-akustischen Möglichkeiten sich durch die architektonischen Besonderheiten des Turms ergeben. Eine transakustische Auseinandersetzung mit der Illusion einer urbanen Begegnungsstätte von Mensch und Natur.

TREFFPUNKT:

21.5.2018 um 16:00 (pünktlich) auf der Wiese bei der Feuerwache Ottakring. Johann-Staud-gasse 75, 1160 Wien

öffentlich erreichbar mit Bus 46A oder 46 B, Station "Feuerwache Am Steinhof"

siehe: karte

Unsere Route wird uns den Waldweg bergauf führen; vorbei an Otto-König Warte und Kreuzeichenwiese zur Jubiläumswarte, reine Gehzeit ca. eine Stunde, die Reise endet offiziell bei der Jubiläumswarte um ca 18:30.

Bitte festes Schuhwerk und ggf. Sonnnen- oder Regenschutz mitbringen.

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt.

Wir bitten um Anmeldung

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Fotos: Lisbeth Kovacic


PROGRAMM

Empfang durch das Institut für Transakustische Forschung

Musikalische Interventionen von Cordula Bösze: Slow Motion Bird

Objekt von Ulla Rauter: Stillefänger

Vortrag von Alfred Stohl: Bump!

Jubiläumswarten mit dem Institut für Transakustische Forschung

Musikalische Interventionen von Cordula Bösze

Slow Motion Bird

Bereits in der Renaissance und umso mehr in der Barockzeit sind neben der Orgel vor allem zwei Instrumente gefordert, wenn es um Vogelgezwitscher geht: Violine und Flöte.

Im Konzert für Flöte und Orchester namens Il Gardellino (Der Distelfink) von Antonio Vivaldi fliegen die Flötenfinger munter dahin. Joseph Haydn lässt im Vogelquartett op. 33 die Finger der ersten Geige heftig tanzen.

Der Carneval der Tiere von Camille Saint-Saëns fährt gleich mit einem ganzen Vogelkäfig, der Volière, auf. Bei einem Kinderprojekt eines großen österreichischen Veranstalters musste ich dieses Stück an einem Tag bis zu dreimal hintereinander spielen – 461 Töne in 1:20, das hat mehr mit Sport zu tun, als mit Musik, Grubinger auf Flöte sozusagen.

Jedem Kind ist Sergej Prokoffiews Peter und der Wolf bekannt, die Probespielstelle des Vogels daraus entscheidet bis heute über die berufliche Zukunft von Flötist*innen: wer sie nicht im affenartigen Tempo beherrscht, ist draußen. 199 Töne in 25 Sekunden. Prokoffiew habe ich nie geübt. Für die TRANSPEDITIONEN möchte ich diese Herausforderung nun annehmen, allerdings in angemessenem Tempo für mich und alle, die auf das Jubiläum warten: 199 Töne in ca. 2 1/2 Stunden. Dazwischen können jene, die es möchten, die von mir aufgenommenen Flötenvögelstellen als mp3 auf ihr Handy laden und damit selbst munter zwitschern.

P. S. Nur der Komponist Erwin Schulhof hat im 20. Jahrhundert endlich den Stress von den Flöten genommen und seine Bassnachtigall für Kontrafagott komponiert, merci, Chapeau.

Als Vorbereitung werde ich mp3s von folgenden Stücken bereitstellen:

Antonio Vivaldi Il Gardellino 1. Satz

Claude Debussy Daphnis et Chloé Piccolostelle

Camille Saint-Saëns Volière aus: Der Carneval der Tiere

Serjej Prokoffiew Der Vogel aus: Peter und der Wolf (im Originaltempo)

Vortrag von Alfred Stohl:

Bump!

Bothallchoractorschumminaroundgansumuminarumdrumstrumtruminahumptadumpwaultopoofoolooderamaunsturnup

Otto König war eine Institution. Ich erinnere mich noch gut an die Fernsehserie „Rendezvous mit Tier und Mensch“, in der Otto König wunderbar wortgewandt die unglaublichsten Tatsachen aus dem Tierreich, interessant und mit wohlklingender Stimme, dem Publikum vermittelte. Dazu trug er meist ein Pfadfinderhemd.

Die Otto König Vogelbeobachtungswarte! Ein alter Wasserturm aus dem Jahre 1925. Der Turm sieht etwas phallisch aus und erinnert – wer denkt nicht sofort daran, an den Turm des alten Zauberers Dapsul von Zabelthau, von dem aus dieser astronomische Beobachtungen machte. Astronomie und Ornithologie! Vögel und Sterne! Dazwischen Raumschiffe.

Zu den rätselhaftesten Vögeln überhaupt zählt die nordschottische Bernikel-Gans, von der die Alten dachten, dass sie aus dem verrottenden Holz alter Schiffe entstünde. Über diese Vogelart und ihr Vorkommen im 7. Donnerwort, auf Seite 314 in Finnegans Wake von James Joyce, referiert am 21. Mai Alfred Stohl. Spin Offs und Abschweifungen inklusive!

Objekt von Ulla Rauter:

Stillefänger

Die Stillefänger sind Objekte, die eigenständig Stille aufnehmen.

Der Recorder beginnt nur unter einer bestimmten Lautstärkenschwelle mit der Aufnahme.

Sobald Umgebungsgeräusche die – relative – Stille stören, wird die Aufnahme durch ein Infrarotsignal unterbrochen. Beim Versuch, die Stille einzufangen, entstehen Aufnahmen, die die Akustik des jeweiligen Ortes und die minimalsten Geräusche seiner ruhigen Momente festhalten.